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Themen

Sachindex
Figur, Zigeunerzwangslager, Sinti und Roma, Nationalsozialismus, Gewalt, Opfer

Ortsindex
Marzahn

Zigeuner von Marzahn

Werkverzeichnis-Nr.:
164
Objekttyp:
Alternative Titel:
Stehende Studie für "Zigeuner von Marzahn" (H. Döbele, 1984)
Entstehungsort:
Atelier Vilmnitz/Rügen
Technik / Material (Werteliste):
Bronzeguss
Technik / Material (Freitext):
Bronzeguss
Maße (HxBxT):
39.8 x 18.3 x 9.7 cm
auf Plinthe
Aus einer Auflage von:
unbekannt
Tatsächliche Auflagenhöhe:
unbekannt
Herstellung:
unbekannt
Signatur:
bez. auf Plinthe: WS (Monogramm)
Bezeichnung, durch Künstler/in:
unbez.
Beschriftung, von fremder Hand:
unbeschr.
Objektbeschreibung:
stehender weiblicher Akt, beide Arme vor dem Kopf verschränkt
Artefakte / Herstellungsprozess:
hier Einzelfigur, auch als Teil einer Figurengruppe
Aktueller Standort:
Kunstmuseum Magdeburg
Aktuelle Inventarnummer:
NSK 853
Aktuelle Präsentation:
Depot
Eigentümer:
Kunstmuseum Magdeburg
Zugangsjahr:
1987
Zugangsart:
Ankauf
Voreigentümer:
Werner Stötzer
Bemerkungen zur Provenienz:
Ankauf vom Künstler
auch Nachlass Werner Stötzer (Bronze); Privatbesitz, Berlin
Kommentar / Kontext / Wirkungsgeschichte:
Bei Baubeginn der Ostberliner Satellitenstadt "Marzahn" erfuhr Stötzer durch einen Journalisten, dass die Nationalsozialisten 1936 in der Nähe vom Marzahner Friedhof (heute westlich des S-Bahnhofs Raoul-Wallenberg-Straße) ein sogenanntes Zigeunerzwangslager errichtet hatten. In ihm lebten bis zu 1.200 Sinti und Roma unter menschenunwürdigen Bedingungen. 1943 wurden die meisten nach Auschwitz abtransportiert und dort umgebracht.
Nur wenigen war diese Tatsache bekannt. Erst als sich der Bürgerrechtler Reimar Gilsenbach 1985 mit einer Petition an die Regierung der DDR wandte und den Einbezug der Minderheiten in das nationale Gedenken forderte, wurde 1986 auf dem Parkfriedhof Marzahn ein Gedenkstein eingeweiht. Die Inschrift auf der dazugehörigen Gedenktafel benennt die Fakten dieser Geschichte und erinnert an die unschuldigen Opfer der Gewalt.
Die historischen Geschehnisse beschäftigten Werner Stötzer schon in den 1980er Jahren mehrfach. 1981 entstand die erste Plastik zu dem Thema „Zigeuner in Marzahn“, ein kleiner Bronzeakt. In den folgenden Jahren schuf er neun weitere Arbeiten in Bronze, Sandstein und Marmor.
Weitere Abbildung:

Zigeuner von Marzahn
1981
Bronze
39.8 x 18.3 x 9.7 cm

© VG Bild-Kunst, Bonn; Sylvia Hagen
Foto: Akademie der Künste Berlin, Christian Kraushaar
Vorhandene Reproduktionsvorlage (beste Qualität):
s/w Digital Repro
Weitere Reproduktionsvorlagen:
s/w Digital Repro
Kernbestand:
nein
Nachlassbestand:
ja

Akademie der Künste der DDR (Hg.), Werner Stötzer. Plastik und Zeichnungen 1981, hier: S. 7.
Akademie der Künste zu Berlin u.a. (Hg.), Werner Stötzer: Skulptur und Zeichnung, Köln 1991, hier: S. Abb. 84.
Bildhauergalerie Messer-Ladwig, Berlin (Hg.), Werner Stötzer, seine Lehrer, seine Schüler, Berlin 1989, hier: S. 53.
Gerhard Marcks-Stiftung Bremen (Hg.), Werner Stötzer, Bremen 1986, hier: S. 32.
Hedwig und Johannes Döbele, Werner Stötzer. Plastik und Zeichnung, Ravensburg 1984, hier: S. 54, 55.

© VG Bild-Kunst, Bonn; Sylvia Hagen
Foto: Akademie der Künste, Berlin, Hans Pölkow