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Themen

Sachindex
Figur, Allegorie, Knieende, Konkubine

Odaliske

Werkverzeichnis-Nr.:
456
Objekttyp:
Entstehungsort:
Atelier Altlangsow/Oderbruch
Technik / Material (Werteliste):
Marmor
Technik / Material (Freitext):
Marmor
Maße (HxBxT):
66.5 x 40.5 x 17.5 cm
Signatur:
unsign.
Bezeichnung, durch Künstler/in:
unbez.
Beschriftung, von fremder Hand:
unbeschr.
Objektbeschreibung:
mit untergeschlagenen Beinen Sitzende, Arme auf dem Kopf abgelegt
Aktueller Standort:
Nachlass Werner Stötzer
Aktuelle Präsentation:
Leihgabe
Eigentümer:
Sylvia Hagen
Zugangsjahr:
2010
Zugangsart:
Erbe
Bemerkungen zur Provenienz:
z.Zt. (2020) in Kommission Galerie Himmel, Dresden
Kommentar / Kontext / Wirkungsgeschichte:
Odaliske ist eine historische Bezeichnung für eine persönlich Dienerin/Sklavin im Harem. In der Kunstgeschichte des 19. Jahrhunderts gilt ihre Darstellung als ein immer wiederkehrendes Sujet. Die meist idealisierten Frauen wurden häufig unbekleidet oder mit durchscheinenden Materialien dargestellt. Das entsprach der damaligen Auffassung von weiblicher Schönheit. Dieses traditionelle Bildmotiv griffen vielen Maler auf. Matisse zum Beispiel malte eine ganze Serie zu dem Thema, unter anderem auch 1923 „Sitzende Odaliske auf grün gestreiftem Sessel mit gehobenen Armen“. Die Haltung der auf dem Bild von Matisse Dargestellten gleicht der Haltung, die Stötzers Marmorfigur aufweist.
Stötzers Odaliske ist ein Fragment einer realen Frau mit ausladenden Hüften und festen Rundungen. Die Formen in dem reliefhaften Stein sind nicht vollständig ausgearbeitet, manchmal nur angedeutet. Die Spuren der Bearbeitung sind sichtbar und die tektonisch gebrochenen Formen verbinden sich harmonisch mit der gesamten Figur. Die kompakte Körperlichkeit assoziiert Stärke und eine große innerliche Kraft und Erhabenheit. Die über dem Kopf verschränkten Arme setzen den Rhythmus der rudimentären Beine fort. Arme und Beine umschließen die kräftigen Körperformen nicht zum Schutz, sondern als Ausdruck von Freiheit und Lebenslust.
Vorhandene Reproduktionsvorlage (beste Qualität):
s/w Digital Repro
Kernbestand:
ja
Nachlassbestand:
ja

Berger, Ursel (i.A. des Georg-Kolbe-Museum Berlin) (Hg.), Werner Stötzer 1931-2010, Berlin 2011, hier: S. 6.
Gustav Seitz Stiftung (Hg.), Gustav Seitz und Werner Stötzer. Meister der Figur, Müncheberg, OT Trebnitz 2019, hier: S. 51 Abb.

© VG Bild-Kunst, Bonn; Sylvia Hagen
Foto: Ilona Ripke