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Sachindex
Figur, Allegorie, Spanischer Bürgerkrieg, Widerstand, Dichter

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Paul Éluard

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Guernica

Guernica für Paul Éluard

Werkverzeichnis-Nr.:
219
Objekttyp:
Alternative Titel:
Für Paul Éluard ("Guernica")
Entstehungsort:
Atelier Altlangsow/Oderbruch
Technik / Material (Werteliste):
Sandstein
Technik / Material (Freitext):
Sandstein
Maße (HxBxT):
41 x 24 x 20 cm
Signatur:
unsign.
Bezeichnung, durch Künstler/in:
unbez.
Beschriftung, von fremder Hand:
unbeschr.
Objektbeschreibung:
Torso, seitlich sitzend
Artefakte / Herstellungsprozess:
drittes, in der Auseinandersetzung mit den Schrecken des Bombardements von Guernica 1937 und des diesem Zivilisationsbruch gewidmeten Gedichts von Paul Éluard entstandenes Werk
Aktueller Standort:
unbekannt
Aktuelle Präsentation:
unbekannt
Eigentümer:
Privatbesitz, unbekannt
Zugangsart:
unbekannt
Bemerkungen zur Provenienz:
Zugangsjahr unbekannt
Kommentar / Kontext / Wirkungsgeschichte:
Vier Jahre nach der gleichnamigen Plastik wagte sich Stötzer, sein Motiv der verletzten, trauernden Frau als Allegorie auf den Massenmord an baskischen Zivilisten der Stadt Gernica 1937 durch deutsche Bomber der Legion Condor, die an der Seite des faschistischen Generals Franco die unabhängige Spanische Republik in die Knie zwangen, an die Formung des Memento in der Skulptur. Er reservierte dafür zwei etwa gleichgroße Sandsteinblöcke, die er in seinem Atelier im Oderbruch nacheinander bearbeitete. Zuerst entstand jenes rund 20 cm größere wuchtige Werk, das von der Ernst Barlach-Gedenkstätte in Güstrow nach Beendigung der Arbeiten erworben wurde und im Innenhof des Besucherpavillons auf dem Gertrudenfriedhof seinen festen Platz gefunden hat. Es ist eine starke, unter der Last des grausam Widerfahrenen tief nach vorn gebeugte hockende weibliche Figur (1985-1987). Im Anschluss entstand 1988/89 die zweite, in ihrer Körperlichkeit und leichter diagonal verspannter Vertikale wesentlich schlanker wirkende Figur gleichen Titels. Sie ist ganz bei Éluards poetischer Überzeugung vom Sieg der Vernunft über die Katastrophe, indem diese Skulptur die Dynamik eines voller Leid in die Knie gezwungenen Menschen aufnimmt, der sich versucht, wieder aufzurichten. Im Vergleich mit ihrer älteren Schwester wirkt sie aktiver, widerständiger.
Vorhandene Reproduktionsvorlage (beste Qualität):
s/w Digital Repro
Kernbestand:
ja
Nachlassbestand:
nein

Bildhauergalerie Messer-Ladwig, Berlin (Hg.), Werner Stötzer, seine Lehrer, seine Schüler, Berlin 1989, hier: S. 102, Nr. 317, o. Abb.
Hansestadt Demmin (Hg.), Plastik im Marienhain, Demmin 1990, hier: S. 48 mit falscher Bildangabe im Abb.verz.
Matthias Flügge und Künstlerinitiative (Hg.), Zweiter Maisalon, Berlin 1991, hier: unpag. Abb. Ilona Ripke.
Schwedenspeicher Museum (Hg.), Joachim John. Druckgrafik und Zeichnungen, Werner Stötzer. Plastik, Stade 1989, hier: S. 86, Nr. 125.

© VG Bild-Kunst, Bonn; Sylvia Hagen
Foto: Akademie der Künste, Berlin, Christian Kraushaar