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Themen

Sachindex
mehrfigurige Gruppe, Nationalsozialismus, Konzentrations- und Vernichtungslager, Holocaust, Opfer

Ortsindex
Auschwitz

Kleine Auschwitzgruppe

Werkverzeichnis-Nr.:
122
Objekttyp:
Entstehungsort:
Atelier Berlin-Altglienicke
Technik / Material (Werteliste):
Porphyr
Technik / Material (Freitext):
Porphyr
Maße (HxBxT):
62.5 x 32 x 19 cm
Sockel: 75 x 36 x 23 cm, Zement
Signatur:
unsign.
Bezeichnung, durch Künstler/in:
unbez.
Beschriftung, von fremder Hand:
unbeschr.
Objektbeschreibung:
zwei sich gegenüber Stehende, die Köpfe aneinander gelegt; linke Figur umfasst mit rechter Hand den Oberarm der rechten Figur (Rückenansicht)
Aktueller Standort:
Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst, Frankfurt (Oder)
Aktuelle Inventarnummer:
P 135 S, Inv.-Nr. 2100
Aktuelle Präsentation:
Depot
Eigentümer:
Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst
Zugangsjahr:
1975
Zugangsart:
Ankauf
Bemerkungen zur Provenienz:
Ankauf vom Künstler
Kommentar / Kontext / Wirkungsgeschichte:
Stötzer bekannte 1987: "...mein Inhalt ist weder der Himmel noch die Hölle, es ist nur der Mensch." Er sah seine Aufgabe als Bildhauer nicht darin, eine Sache zu modellieren, in der der Schmerz abgebildet ist, sondern dieser muss nach seinem Denken und Tun "in der Figur, in der Dichte des Materials, in seinen Zwischenräumen da sein, in der Sprache der Bildhauerei." (Stötzer, Werner, DuMont 1991, S. 28)
Im engeren Sinn bietet das Werkverzeichnis mindestens acht Arbeiten, die das Thema Auschwitz im Namen tragen. Unter den sechs figürlich gefassten Skulpturen ist die "Kleine Auschwitzgruppe" von 1973/74 die bedeutendste. Das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst in Frankfurt (Oder) besitzt dieses eindringliche, nicht monumentale Werk seit 45 Jahren. Es besteht aus einer in den Porphyrblock geschlagenen 62 cm hohen männlichen Dreiergruppe, die dem Betrachter in der Rückansicht entgegentritt. Die Gesichter der Köpfe sind nach innen geneigt bzw. werden von Händen bedeckt. Der Arm der rechten Figur stützt den Oberkörper des Danebenstehenden. Die dritte links, eine sichtbar weibliche Gestalt, ist nur zur Hälfte aus dem Stein geschlagen. Armin Hauer schreibt: "Die drei [...] Figuren drängen sich unter der Last des Steines und gehen in ihn ein: Die Zeit ist angehalten, umlagert von einer unsichtbaren Gefahr." Das in seinen anthropromorphen rundlichen Formballungen strukturierte Figurenensemble der nackten Leiber, bedeckt von der rötlichen Haut des Steins, ist ein stilles zeitloses Zeichen, das in Verbindung mit seinem Titel anregt, Geschichte im Unheil zu erinnern. (Zit. nach A.-Kat. Standpunkte I, die Sammlung des Museums Junge Kunst Frankfurt (Oder), 2008, unpag.)
Vorhandene Reproduktionsvorlage (beste Qualität):
s/w Digital Repro
Kernbestand:
ja
Nachlassbestand:
nein

Akademie der Künste zu Berlin u.a. (Hg.), Werner Stötzer: Skulptur und Zeichnung, Köln 1991, hier: S. Abb. 47,165.
Hauer, Armin, Standpunkte I, Frankfurt (Oder) 2008, hier: unpaginiert, Farbabb. (Bernd Kuhnert).
Jacobi, Fritz, Menschlicher Körper und plastische Gruppierung. Zum Werk des Bildhauers Werner Stötzer, in: Bildende Kunst 1978 6, S. 280ff., hier: S. 282.
Jacobi, Fritz u.a., Werner Stötzer. Plastik und Zeichnung, Berlin 1977, hier: S. 72.
Lang, Lothar, Künstler in Berlin, Berlin 1970, hier: S. unpaginiert, Farbabb. 41.
Porstmann, Gisbert/Quermann, Carolin (i.A. der Städtischen Galerie Dresden) (Hg.), Existenz. Theodor Rosenhauer und Werner Stötzer, Dresden 2013, hier: S. 129, Kat.-Nr. 40.
Schwedenspeicher Museum (Hg.), Joachim John. Druckgrafik und Zeichnungen, Werner Stötzer. Plastik, Stade 1989.

© VG Bild-Kunst, Bonn; Sylvia Hagen
Foto: Akademie der Künste, Berlin, Christian Kraushaar