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Sachindex
Liegende Figur, Allegorie

Große Liegende

Werkverzeichnis-Nr.:
102
Objekttyp:
Entstehungsort:
Atelier Berlin-Altglienicke
Technik / Material (Werteliste):
Sandstein
Technik / Material (Freitext):
Sandstein bossiert
Maße (HxBxT):
33 x 145 x 52 cm
Signatur:
unsign.
Bezeichnung, durch Künstler/in:
unbez.
Beschriftung, von fremder Hand:
unbeschr.
Objektbeschreibung:
liegende weibliche Figur, Oberkörper leicht gedreht, Kopf nach links gewendet, linker Arm unterm Rücken
Artefakte / Herstellungsprozess:
"Vor meiner damaligen Stammkneipe in Alt Glienicke hatte der Wirt die alte Sandsteinstufe herausgerissen, die kriegte ich. Heute gehört sie der Nationalgalerie, aus ihr hab' ich eine Liegende [kursiv] gemacht. (Werner Stötzer, in: Berliner Zeitung, 3./4. Februar 1996, S. 33)
Aktueller Standort:
Nationalgalerie Berlin
Aktuelle Inventarnummer:
B III 130
Aktuelle Präsentation:
Depot
Eigentümer:
Nationalgalerie Berlin
Zugangsjahr:
1970
Zugangsart:
Ankauf
Bemerkungen zur Provenienz:
erworben vom Künstler
Kommentar / Kontext / Wirkungsgeschichte:
Das Thema der Liegenden beschäftigt den Bildhauer seit den frühen sechziger Jahren. Er unternahm erste Versuche, die Vertikale dieser Skulptur zu durchbrechen, u. a. 1963-1964 mit "Zwei Liegende". Die linke Figur, so Michael Freitag, weise im Gestus schon auf die "Große Liegende" hin: "leicht angewinkelte Beine, der seitlich unterliegende Arm, der Kopf eingespannt in die stützende Schulter- und Nackenmuskulatur. Was jedoch in dem kleinen Relief noch auf die zweite Figur als Begebenheit der Zuneigung bezogen bleibt, entfaltet sich in der 'Großen Liegenden' zum Ereignis der Skulptur. Das Relief als Fonds der Form wandelt sich zum Relief einer Bedeutungsskulptur. [...] Die Zerklüftungen zwischen Bauch und Thorax, Schenkeln und Hüfte bilden einen Leib von unerlösten Gefühlen. [...] Härtungen und Rundungen fügen sich zu einem Distrikt dynamisierter Ereignislosigkeit. Der Körper bleibt so immer auch der Leib eines Steines. Er liegt da wie ein Zweifel und nimmt der Liegenden das 'Große', dem klassischen Thema aber auch die Sattsamkeit der Idylle."
(Freitag, Michael, Apolda 1999, S. 85)
Vorhandene Reproduktionsvorlage (beste Qualität):
s/w Digital Repro
Kernbestand:
ja
Nachlassbestand:
nein

Akademie der Künste zu Berlin u.a. (Hg.), Werner Stötzer: Skulptur und Zeichnung, Köln 1991, hier: S. 165, Tafel 29.
Berger, Ursel (i.A. des Georg-Kolbe-Museum Berlin) (Hg.), Werner Stötzer 1931-2010, Berlin 2011, hier: S. 33.
Döbele, Hedwig und Johannes, Vorbemerkung, in: Galerie Döbele (Hg.), Werner Stötzer. Plastik und Zeichnung, Ravensburg 1984, S. 2, hier: S. 27, nicht ausgestellt.
Jacobi, Fritz u.a., Werner Stötzer. Plastik und Zeichnung, Berlin 1977, hier: 11, 16, 107, Kat.-Nr. 72, Tafel S. 69.
Jacobi, Fritz/Tschirner, Manfred (Hg.), Nationalgalerie Berlin. Kunst in der DDR, Leipzig 2003, hier: S. 258, 259, Abb. 521.
Kunstverein Apolda Avantgarde e.V. (Hg.), Jahresringe. Kunstraum DDR.Eine Sammlung 1945-1980, Berlin 1999, hier: S. 84 (Text Michael Freitag), 85 (Abb.).
Porstmann, Gisbert/Quermann, Carolin (i.A. der Städtischen Galerie Dresden) (Hg.), Existenz. Theodor Rosenhauer und Werner Stötzer, Dresden 2013, hier: S. 121.
Staatlicher Kunsthandel der DDR (Hg.), Werner Stötzer. Plastik und Handzeichnungen, Rostock 1979, hier: S. unpaginiert, Abb. 9.
Staatlicher Kunsthandel der DDR (Hg.), Malerei, Graphik, Plastik aus der Deutschen Demokratischen Republik, 1981, hier: S. 60.

© VG Bild-Kunst, Bonn; Sylvia Hagen
Foto: Akademie der Künste Berlin, Heinz Nixdorf