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Themen

Sachindex
Torso, Allegorie, Wegzeichen, Öffentlicher Raum

Ortsindex
Frankfurt (Oder)

Großes Wegzeichen

Werkverzeichnis-Nr.:
217
Objekttyp:
Alternative Titel:
Wegzeichen IV (ursprüngliche Bezeichnung, s. Zeitschrift Bildende Kunst, 1989, Nr. 1, S. 35; heute bezeichnet die Nr. IV ein anderes Wegzeichen)
Entstehungsort:
Berlin, Internationales Bildhauersymposium Berlin-West
Technik / Material (Werteliste):
Muschelkalk
Technik / Material (Freitext):
Fränkischer, auch Kirchheimer Muschelkalk
Maße (HxBxT):
180 x 79 x 85 cm
unregelmäßig
andere Maße: 250 x 90 x 180 cm, in: Kat. Kunst im öffentlichen Raum, Frankfurt (Oder) 2006, unpaginiert
Gewicht:
7 Tonnen
Signatur:
unsign.
Bezeichnung, durch Künstler/in:
unbez.
Beschriftung, von fremder Hand:
unbeschr.
Objektbeschreibung:
kompakt stehender, leicht nach links sich neigender Torso
Artefakte / Herstellungsprozess:
Entstand im Sommer 1988 im Rahmen des "Internationalen Bildhauersymposiums Berlin (West) 88" auf dem Areal zwischen Neuer Nationalgalerie und Philharmonie im Schatten der Matthäuskirche. An dieser thematisch offenen Veranstaltung nahmen neben Stötzer 14 weitere Bildhauer teil.
Aktueller Standort:
Frankfurt (Oder) vor Sparkasse
Aktuelle Präsentation:
öffentlicher Außenraum
Eigentümer:
Commerzbank AG Frankfurt am Main
Zugangsjahr:
2010
Zugangsart:
Ankauf
Voreigentümer:
1995-2010 Dresdner Bank
Bemerkungen zur Provenienz:
verschiedene Standorte und Besitzer: zuerst in Berlin, an der Matthäikirche, nahe dem Potsdamer Platz, danach in Heilbronn, als Leihgabe für das dortige Museum; 1995-2010 im Besitz der Dresdner Bank, erworben für ihre Filiale in Frankfurt (Oder), Franz Mehring-Straße (vor der Sparkasse); im Rahmen der 2010 erfolgten Übernahme der Kunstsammlung der Dresdner Bank durch die Commerzbank ist dieses Bankinstitut seither Eigentümer des "Großen Wegzeichens".
Kommentar / Kontext / Wirkungsgeschichte:
Es ist das bewusst nicht Vollendete, das auch dieser Stötzer-Skulptur Kenntlichkeit verleiht. Wegzeichen haben allgemein die Funktion von Markierungen in der Landschaft. Stötzers mit diesem Begriff titulierten Werke sind allerdings keine Hilfsmittel zur bloßen Orientierung im öffentlichen Verkehr, sie heben das Niveau ihres Umfelds, in dem sie aufgestellt sind, in den Rang einer Kulturlandschaft. Bereits 1984/85 waren im kleineren Format so benannte Werke entstanden. In diesem Beispiel seiner größten Steinskulptur erreicht Stötzer aus dem kompakten Block des Materials im künstlerischen Prozess des Abschlagens und Bearbeitens der Flächen und Volumina eine Symbolkraft, die Betrachter aufmerken lässt und deren Gedankenwelt ursächlich berührt. Stötzer spürt sehr genau den Charakter des Steins auf und lässt ihn zu einem Gleichnis wachsen. Das Fragmentarische der Skulptur macht dieses Werk deutbar in mehrere Richtungen. Während die Umrisse der voluminösen Gestalt im Block ruhen, ragt das Große Wegzeichen als Koloss steil und schroff in den freien Himmel. Auf Augenhöhe mit den vorüber eilenden Passanten erscheint es weder glatt noch abgehoben von alltäglicher Wirklichkeit ringsum. Im Kontrast zur funktionalen Banalität urbanen Stadtraums wirkt es als ein poetisches, auf sichtbare wie unsichtbare Lebenszusammenhänge zielendes Gleichnis. Die Skulptur ist transparent und offen nach allen Seiten. Die Zurückgenommenheit des zur Seite geneigten Körpers erweist sich dabei als eine Art Schutz der Figur, gestützt vom massiven Block.
Das Große Wegzeichen entstand 1988 beim Internationalen Bildhauersymposium in Westberlin. Es erlebte Mauerfall und deutsche Wende an der Stülerschen St. Matthäuskirche, bevor es das Städtische Museum Heilbronn in der ersten Hälfte der 1990er Jahre für einige Zeit zu sich holte. 1995 kehrte es in die Region Berlin-Brandenburg zurück und fand seinen Platz im Zentrum von Frankfurt (Oder).
Weitere Abbildung:

Großes Wegzeichen
1988
Muschelkalk
180 x 79 x 85 cm
Standort: Berlin, Matthäuskirche

© VG Bild-Kunst, Bonn; Sylvia Hagen
Foto: Hans Pölkow
Vorhandene Reproduktionsvorlage (beste Qualität):
Digitales Original
Weitere Reproduktionsvorlagen:
Farbe Digital Repro
Kernbestand:
ja
Nachlassbestand:
nein

Akademie der Künste Berlin, Werner Stötzer, Berlin 1993, hier: S. Künstlerheft 18.
Akademie der Künste zu Berlin u.a. (Hg.), Werner Stötzer: Skulptur und Zeichnung, Köln 1991, hier: unpag., Tafel VIII, S. 40.
Drömert, Frank, Tischler, Ute u.a., KUNST im öffentlichen Raum, Frankfurt (Oder) 2006, hier: unpag., Abb. vor Sparkasse.
Kotterba, J., Ein Stück Kunst von Gewicht, in: Märkische Oderzeitung 25.08.2008 (2008), hier: o.A.
Pohl, Joachim, Steinspuren – Wegzeichen. Internationales Bildhauersymposion in Berlin (West) [15.8.-30.9.1988], in: Bildende Kunst 1989 1, S. 33ff., hier: S. 35 re.o.
Schwedenspeicher Museum (Hg.), Joachim John. Druckgrafik und Zeichnungen, Werner Stötzer. Plastik, Stade 1989, hier: S. 88.

© VG Bild-Kunst, Bonn; Sylvia Hagen
Foto: Inge Zimmermann