Druckausgabe (PDF)

Themen

Sachindex
Figurengruppe, Netsuke

Figurinen

Werkverzeichnis-Nr.:
012
Objekttyp:
Beschreibender Titel:
12teilige Figurengruppe
Teil der Werkgruppe:
Figurinen
Entstehungsort:
Halle (Saale), Röntgental
Technik / Material (Werteliste):
Holz, geschnitzt
Technik / Material (Freitext):
Buche
Maße (HxBxT):
Höhe: von 3,9 bis 8 cm
Signatur:
unsigniert
Bezeichnung, durch Künstler/in:
unbezeichnet
Beschriftung, von fremder Hand:
unbeschriftet
Objektbeschreibung:
kleine geschnitzte Skulpturen aus Buchenholz (ursprünglich handelsübliche Holzdübel)
Aktueller Standort:
Depot
Aktuelle Präsentation:
Depot
Eigentümer:
Erbengemeinschaft C.-L. Gaedicke
Zugangsjahr:
2012
Zugangsart:
Erbe
Bemerkungen zur Provenienz:
Als Dauerleihgabe 2021 an Dr. Andreas Hüneke, Potsdam
Kommentar / Kontext / Wirkungsgeschichte:
Henry Schumann: In einer Tabakdose verwahrst du, wenn sie nicht gerade in einer Ausstellung sind, ein halbes Dutzend aus Holz geschnitzter Figuren, die nicht höher sind, als eine Zündholzschachtel breit ist. In diesen Gebilden scheint eine heimliche Monumentalität zu liegen, man könnte sie sich als Modelle für größere Plastiken vorstellen. Was hat es für eine Bewandtnis mit diesen „Miniaturen“, wie du sie nennst?
Claus-Lutz Gaedicke: Modelle sind es nicht für größere Objekte, was diese Verwendung allerdings nicht völlig ausschließt. Der ursprüngliche Anstoß, welcher zur Schaffung dieser Miniaturen führte, waren Netsuke, also japanische Kimonoknöpfe. Als Pfeiferaucher nutze ich zum gelegentlichen Stopfen solche Holzdübel, deren glatte, nur zu beziehungslose Form, ich mit dem Federmesser bearbeitete. Aus der Spielerei wurde konzentriertes Arbeiten, und ich hatte große Freude bei der Suche nach neuen Formrhythmen. Besonders reizvoll war dabei die Beschränkung auf immer das gleiche Volumen. Man schleppt ja immer irgendwelche Formvorstellungen mit sich herum, die sich vielleicht hier äußern. Und weshalb sollten sie nicht später mal wieder auftauchen. Es kann durchaus sein, dass so etwas irgendwann in einer ähnlichen oder abgewandelten Form als eine Skulptur auftritt.
In: Schumann, Henry: Ateliergespräche. Leipzig, 1976; S. 82

unter einer glaskuppel mit einem durchmesser von 45 cm ist in vier puppenstubenhaften räumen eine ausstellung aufgebaut. in winzigen rahmen "hängen" miniaturgrafiken an den wänden; auf kleinen sockeln stehen skulpturen passender größe. diese kunstwerke (die bezeichnung klingt anmaßend) sind nicht etwa erst für diese ausstellung geschaffen worden, sondern die idee für das projekt entstand aus der kenntnis der winzigen radierungen von thomas ranft (geb. 1947) die vor allem 1972/73 entstanden sind, und der von claus lutz gaedicke (geb. 1943) aus holzdübeln geschnitzten kleinst-skulpturen. beides sind mehr oder weniger nebenerscheinungen im schaffen der künstler, zu denen sonst "größeres" gehört: ranft bleibt dabei fast ausschließlich bei radierungen, von gaedicke sind es bronzeplastiken und steinskulpturen. jene winzigkeiten sind mit einem augenzwinkern und aus der spielerischen handhabung der künstlerischen techniken heraus entstanden, in ihrer form aber ganz ernst genommen, so daß sie erhebliche fotografische vergrößerungen vertragen, ohne leer und läppisch zu wirken. den skulpturen ist ein geradezu monumentaler zug nicht abzusprechen, den man ebenso bewundern kann wie die minutiöse genauigkeit der radierungen. die kleine form täuscht hier nicht über formale schwächen hinweg sondern ist ausdruck der formbeherrschung. gleichzeitig werden aber auch fragen der proportion angesprochen. Wo sonst wäre es möglich, die gezeigten werke im katalog in originalgröße abzubilden?
In: Hüneke, Andreas; Kat. Potsdam 1982

die ausstellung "grafik&skulptur / thomas ranft & claus lutz gaedicke" ist im juli 1979 während des sommerkurses der komponistenklasse des bezirkes halle im bach-saal des köthener schlosses erstmals gezeigt worden. dabei fand sie aufnahme in den für das fernsehen der ddr gedrehter defa-dokumentarfilm "ist komponieren lernbar?".
anläßlich des 150. Jahrestages der neugründung der berliner Sternwarte wurde sie juni 1982 in der sternwarte babelsberg des zentralinstituts für astrophysik erneut aufgestellt und zum dritten male im observatorium des gleichen Instituts auf dem Telegrafenberg in Potsdam im september/oktober 1982.
der druck des kataloges wurde dankenswerterweise durch den Rat des Bezirkes Potsdam, Abt. Kultur ermöglicht.
40 nummerierte Exemplare des Kataloges enthalten als Vorzugsausgabe je eine Originalgrafik von thomas ranft und claus-lutz gaedicke, sowie eine fotokopie der partitur für die von hans jürgen wenzel komponierte eröffnungsmusik.
In: Hüneke, Andreas; Kat. Potsdam 1982
Weitere Abbildungen:

Alte Frau
1973
Buche
Höhe 4 cm

© VG Bild-Kunst, Bonn; Yvette Ihlow-Gaedicke, Urs Ihlow
Foto: Peter Kersten

Torso/Die Venus
1975
Buche
Höhe 4 cm

© VG Bild-Kunst, Bonn; Yvette Ihlow-Gaedicke, Urs Ihlow
Foto: Peter Kersten

Dramatische Figur/ Das Lied
1977
Buche
Höhe 4,3 cm

© VG Bild-Kunst, Bonn; Yvette Ihlow-Gaedicke, Urs Ihlow
Foto: Peter Kersten

Grisgram
1976
Buche
Höhe 4 cm

© VG Bild-Kunst, Bonn; Yvette Ihlow-Gaedicke, Urs Ihlow
Foto: Peter Kersten

Großer Trauernder
1976
Buche
Höhe 8,9 cm

© VG Bild-Kunst, Bonn; Yvette Ihlow-Gaedicke, Urs Ihlow
Foto: Peter Kersten

Junges Mädchen
1974
Buche
Höhe 4 cm

© VG Bild-Kunst, Bonn; Yvette Ihlow-Gaedicke, Urs Ihlow
Foto: Peter Kersten

Serpentine/Die Knospe
1974
Buche
Höhe 3,9 cm

© VG Bild-Kunst, Bonn; Yvette Ihlow-Gaedicke, Urs Ihlow
Foto: Peter Kersten

Großer Torso
1975
Buche
Höhe 7,9 cm

© VG Bild-Kunst, Bonn; Yvette Ihlow-Gaedicke, Urs Ihlow
Foto: Peter Kersten

Vergnügter alter Mann
1974
Buche
Höhe 4 cm

© VG Bild-Kunst, Bonn; Yvette Ihlow-Gaedicke, Urs Ihlow
Foto: Peter Kersten

Die Verhüllte
1974
Buche
Höhe 3,9 cm

© VG Bild-Kunst, Bonn; Yvette Ihlow-Gaedicke, Urs Ihlow
Foto: Yvette Ihlow-Gaedicke

Alter Mann
1973
Buche
Höhe 4 cm

© VG Bild-Kunst, Bonn; Yvette Ihlow-Gaedicke, Urs Ihlow
Foto: Yvette Ihlow-Gaedicke

Kleine Trauernde
1974
Buche
Höhe 4 cm

© VG Bild-Kunst, Bonn; Yvette Ihlow-Gaedicke, Urs Ihlow
Foto: Yvette Ihlow-Gaedicke

Ausstellungseröffnung im Zentralinstitut für Astrophysik,
Potsdam, Juni 1982

© VG Bild-Kunst, Bonn; Yvette Ihlow-Gaedicke, Urs Ihlow
Foto: Reinhard Henze

Detailaufnahme der Ausstellung
Potsdam, 1982

© VG Bild-Kunst, Bonn; Yvette Ihlow-Gaedicke, Urs Ihlow
Foto: Reinhard Henze

von oben nach unten:
Andreas Hüneke, Thomas Ranft, Claus-Lutz Gaedicke
li: Hans Jürgen Wenzel, re: Cellist (??)
(Rückseite Katalog)

© VG Bild-Kunst, Bonn; Yvette Ihlow-Gaedicke, Urs Ihlow
Foto: Reinhard Henze

Katalog no. 37 von den 40 nummerierten Exemplaren des Kataloges als Vorzugsausgabe. Enthalten ist je eine Originalgrafik von Thomas Ranft und Claus-Lutz Gaedicke, sowie eine Fotokopie der Partitur für die von Hans Jürgen Wenzel komponierte Eröffnungsmusik.

© VG Bild-Kunst, Bonn; Yvette Ihlow-Gaedicke, Urs Ihlow
Foto: Scan
Vorhandene Reproduktionsvorlage (beste Qualität):
s/w Papier
Weitere Reproduktionsvorlagen:
s/w Digital Repro
Kernbestand:
nein
Nachlassbestand:
ja
  • Grafik & Skulptur/ Thomas Ranft & Claus Lutz Gaedicke, 1979 (Bach-Saal im Köthener Schloß, Schloß Köthen)
  • Grafik & Skulptur / Thomas Ranft & Claus Lutz Gaedicke, 1982 (Zentralinstitut für Astrophysik, Potsdam)
  • Grafik & Skulptur / Thomas Ranft & Claus Lutz Gaedicke, 1982 (Sternwarte, Babelsberg)
  • Skulptur-Grafik-Zeichnung aus der DDR, 1984 (Majakowski Galerie, Berlin-West)
  • Boheme und Diktatur in der DDR, 1997-1998 (Deutsches Historisches Museum, Berlin)
© VG Bild-Kunst, Bonn; Yvette Ihlow-Gaedicke, Urs Ihlow
Foto: Peter Kersten