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Gehirn

Gehirn gelb

Objekttyp:
Beschreibender Titel:
Gehirn in Draufsicht
Teil der Werkgruppe:
Werkreihe Gehirn
Entstehungsort:
Atelier, Düsseldorf
Gründe der Datierung (Freitext):
vgl. Datierung Werkreihe Gehirn
Technik / Material (Freitext):
Lack auf Ornamentstoff, gespannt auf Holz
Maße (HxBxT):
81 x 70 cm
Objektbeschreibung:
Gehirn in Draufsicht auf gelbem Ornamentstoff
Aktueller Standort:
KEHRWALD-ARCHIV
Aktuelle Inventarnummer:
028
Aktuelle Präsentation:
Depot
Eigentümer:
Hannelore Kehrwald, Roland Kehrwald
Zugangsjahr:
2009
Zugangsart:
Erbe
Kommentar / Kontext / Wirkungsgeschichte:
„Gehirne sind schwarze, braune, blutige und geheimnisvolle Geschöpfe (Wesen); bemerkenswert ist das Auseinanderklaffen zwischen der Göttlichkeit des Möglichen dieses Organs und dem Amorphen seines materiellen Erscheinungsbildes. Ausgangspunkt meiner „Organarbeit“ (Gehirne, Herzen, Därme) war das Durcharbeiten von Anatomiebüchern, um mir das überlieferte „Material Bild“ zu erschließen...“
(vgl. Interview zwischen Obrist, Hans Ulrich und KK)

Im Nachlasskonvolut befinden sich sehr viele Abbildungen aus anatomischen Fachbüchern, aus medizinischen Fachzeitschriften, zahlreiche Röntgenbilder (eigene wie fremde).

KK spielte auch mit dem Gehirn als Zentrum für Assoziationen, Instinkte etc. und übertrug real erscheinende Gehirne auf Ornamentstoffe. Das Florale als wortwörtlich genommener Ausdruck Blüten treibender Phantasie.

"Kehrwalds Bildgründe haben häufig eine hervorstechende Taktilität. Er benutzt derbe Leinwand, Sackleinen oder Ornamentstoffe. In diese versinkt die Farbigkeit wie in einen matten Schlund. Der Malgrund artikuliert das Verschwinden und den Verfall einer amorphen Materialität, aus dem der Maler zerfallene Schönheit für den Augenblick seiner Selbsterfahrung herauswindet und ihre Prächtigkeit als befremdende Bedrohlichkeit aufscheinen lässt. Wenn es überhaupt etwas gibt, womit sich der Betrachter im Bild identifizieren kann, dann ist es nicht das gegenständliche Gegenüber der Form, sondern die Weise der Auflösung der Form im malerischen Vortrag. Die Weichheit des Anschwellens und Abschwellens, das Fluktuierende der Farbe macht im Sehen als letzte Instanz die eigene Fleischlichkeit bewusst. Die Bildwelt wird zur taktilen Berührungsfläche seiner selbst und damit zum Erfahrungsraum seiner Einsamkeit." (Hengesbach, Rolf, 2003; zit.n.: Vorversion der aktuellen Kehrwald-Website www.klaus-kehrwald.de/english/texte_henges.html, letzter Zugriff: 4.04.2017)
Vorhandene Abbildungsvorlage (beste Qualität):
Farbe Digital Repro
Kernbestand:
nein
Nachlassbestand:
ja
© Hannelore Kehrwald, Roland Kehrwald
Foto: KEHRWALD-ARCHIV