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Bernau b. Berlin

Porträt Karl Fugger

Werkverzeichnis-Nr.:
086
Objekttyp:
Entstehungsort:
Röntgental
Technik / Material (Werteliste):
Bronzeguss
Maße (HxBxT):
Höhe 39 cm
Aus einer Auflage von:
2
Signatur:
unsigniert
Bezeichnung, durch Künstler/in:
unbezeichnet
Beschriftung, von fremder Hand:
unbeschriftet
Aktueller Standort:
Depot
Aktuelle Präsentation:
Depot
Eigentümer:
Erbengemeinschaft C.-L. Gaedicke
Zugangsjahr:
2012
Zugangsart:
Erbe
Bemerkungen zur Provenienz:
Auftragswerk für die FDGB Gewerkschaftsschule "Fritz Heckert" Bernau, späterer Standort: Waldkater, Bernau
Kommentar / Kontext / Wirkungsgeschichte:
Karl Fugger (1897 - 1966), deutscher Parteifunktionär (KPD), Gewerkschafter und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Er war Leiter der Bundesschule und der Direktor der Hochschule „Fritz Heckert“ des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) in Bernau.

Henry Schumann: Wie sind deine Erfahrungen mit der Arbeit im Auftrag?
Claus-Lutz Gaedicke: Meine Diplomaufgabe „Szenen aus dem aktiven Widerstandskampf Fritz Schmenkels“ war gleichzeitig auch mein erster gesellschaftlicher Auftrag, den ich 1973 als mehrteiliges Flachrelief realisierte. Parallel zu dieser Arbeit entstanden auch einige Kleinplastiken und Figurengruppen, gewissermaßen als „Lockerungsübungen“. Dieses Arbeitsprinzip habe ich beibehalten. Für mich gibt es keine grundsätzliche Trennung zwischen gesellschaftlichem und eigenem Auftrag. Jedes im „eigenen Auftrag“ entstandene Kunstwerk ist auch gesellschaftlicher Natur. Für mich besteht da eine produktive Wechselwirkung zwischen der Anwendung dessen, was ich mir durch selbstgestellte Aufgaben erarbeitet habe, und den jeweiligen Erkennntissen durch einen Auftrag. Jeder gesellschaftliche Auftrag ist immer so gut, wie man ihn selbst macht. Es kann eigentlich keinen „schlechten“ gesellschaftlichen Auftrag geben, wenn vom Auftraggeber dem Künstler eine Thematik angetragen wird, deren Ideengehalt er mit seiner Formensprache realisieren kann. Und wenn zur Realisierung genügend Zeit bleibt, um eine möglichst „optimale“ Lösung erreichen zu können.

Henry Schumann: Gab es keine kritischen Einwände von Auftraggebern?
Claus-Lutz Gaedicke: Die Kritik ging oder geht bisher um inhaltliche Dinge. Und so sollte es auch sein, bedingt durch den Charakter des jeweiligen Auftrags. Bei dem Relief ging es also um biografische und historische Details, die mit hinein sollten. Das habe ich akzeptiert. Nicht jeder Künstler sieht die gesellschaftlichen und politischen Zusammenhänge in dem Umfang und in der Präzision wie der Auftraggeber. Aber wie ich das formal umsetze, da hat mir keiner hineingeredet. Das habe ich selbst bestimmt. Und so, meine ich, kann eine Zusammenarbeit nur sinnvoll und effektiv sein.
In: Schumann, Henry: Ateliergespräche. Leipzig, 1976; S. 82
Vorhandene Reproduktionsvorlage (beste Qualität):
Farbe Digital Repro
Kernbestand:
nein
Nachlassbestand:
ja
© VG Bild-Kunst, Bonn; Yvette Ihlow-Gaedicke, Urs Ihlow
Foto: Yvette Ihlow-Gaedicke