Druckausgabe (PDF)

Themen

Sachindex
Statue, Freiplastik, Auftrag, Öffentlicher Raum

Ortsindex
Warnemünde

Große Stehende

Werner Stötzer; Wloch, Carlo - Steinmetzmeister (Ausführender) 1986 [1986/1995/1998]
Stötzer, Werner [Werkverzeichnis Skulptur und Plastik] 214

Werkverzeichnis-Nr.:
214
Objekttyp:
Alternative Titel:
Seezeichen
ursp. Titel: Denkmal für die auf See Gebliebenen (1995 umbenannt)
s. Diskussion um den Titel unter Entstehungsgeschichte
Entstehungsort:
Atelier Altlangsow/Oderbruch
Gründe der Datierung (Freitext):
Auskunft lt. Auftraggeber
Technik / Material (Werteliste):
Marmor
Technik / Material (Freitext):
Sandanski-Marmor
Maße (HxBxT):
220 x 65 x 50 cm
Marmorplinthe: ca. 90 x 90 x 40 cm
Granitsockel: ca. 100 x 100 x 100 cm
umgearbeiteter Skulpturensockel von ca. 1938, Dürerplatz, Rostock
Signatur:
unsign.
Bezeichnung, durch Künstler/in:
unbez.
Beschriftung, von fremder Hand:
auf metallener Bodenplatte rechts von Skulptur:
Werner Stötzer 1931-2010
GROSSE STEHENDE
1986/1998
Eigentum der Hansestadt Rostock
Objektbeschreibung:
hohe stehende weibliche Figur, leicht nach vorn gebeugt, rechter Arm und Hand schützend vor das Gesicht gelegt
Artefakte / Herstellungsprozess:
Auftrag des Rates der Stadt Rostock 1986 für eine überlebensgroße stehende weibliche Figur als Gedenkstein für die auf See Gebliebenen.
Ausführung mit Carlo Wloch
Aktueller Standort:
Warnemünde, Westmole, auf dem Fundament des alten Kanonenhäuschens
Aktuelle Inventarnummer:
HRO ABK 2164
Aktuelle Präsentation:
öffentlicher Außenraum
Eigentümer:
Hanse- und Universitätsstadt Rostock
Zugangsjahr:
1986
Zugangsart:
Ankauf
Bemerkungen zur Provenienz:
Ankauf durch den Rat der Stadt 28.11.1986; Aufhebung des Vertrages und neuer Vertragsabschluss zwischen der Hansestadt Rostock und dem Künstler am 20.09.1995.
Kommentar / Kontext / Wirkungsgeschichte:
Die Skulptur wurde aus einem Marmorblock entwickelt, der bei Stötzers Arbeiten zum Marx-Engels-Forum in Berlin übriggeblieben war. Sie sollte 1989 zum 40. Jahrestag der DDR übergeben werden. Stötzer konnte den Termin nicht einhalten. Die Schaffung eines Kunstwerkes richtet sich nicht nach Jahrestagen, kommentierte er diesen Umstand. Nach der Wende ließ er die Arbeit an dem Werk ruhen, bis die Stadt ihm versicherte, die Skulptur werde wegen der zu erwartenden künstlerischen Qualität auf dem vorgesehenen Platz aufgestellt, unabhängig von der veränderten politischen Situation. Die Haltung der Bevölkerung vor Ort war nicht so klar. Warnemünder Bürger stritten über den vorgesehenen Titel "Trauernde" und es wurde spekuliert, es handele sich um "ein kommunistisches Auftragswerk. Und weil dieses angebliche kommunistische Machwerk so gar nicht den am Realismus eingeübten Sehgewohnheiten entsprach, wurde in Abrede gestellt, dass das ein Kunstwerk sei." Stötzers Befürworter wiederum plädierten für den künstlerischen Eigenwert und argumentierten, wäre es zu DDR-Zeiten aufgestellt worden, hätte es auch die auf See umgekommenen Republikflüchtlinge eingeschlossen. Es sei somit ein subversives Kunstwerk. Stötzer wies diese Legende als unrichtig zurück.
Wegen der Sanierung der Hafenmole konnte das Denkmal erst 1998 aufgestellt werden. Der Streit schwelte weiter und gipfelte in einem Farbanschlag und dem Schriftzug "Molenmonster" auf dem Sockel. (Mnich, Reiner; Nöh, Lutz, Rostock und Warnemünde, 2000, S. 62-64)
Eine Signatur oder Bezeichnung lehnte der Künstler ab.
Als Anregung für die zu schaffende Figur an der Warnemünder Mole gilt eine 1985 in kleinem Maß entstandene Kalksteinfigur zur gleichen Thematik (WVZ-Nr. 174). Sie wurde noch im gleichen Jahr von der Nationalgalerie Berlin erworben.
Weitere Abbildungen:

Große Stehende
1986-1998
Sandanski-Marmor
220 x 65 x 50 cm

© VG Bild-Kunst, Bonn; Sylvia Hagen
Foto: Astrid Volpert

Gedenkstein für die auf dem Meer umgekommenen Seeleute
1985
Kalkstein
75 x29 x 30 cm
Nationalgalerie Berlin

© VG Bild-Kunst, Bonn; Sylvia Hagen
Foto: Akademie der Künste Berlin., F. Riemann

Seezeichen
1988-1998
Marmor
220 x 65 x 50 cm
verso von Stötzers Hand: Das ist der Stein für die Mole von Warnemünde, für die Mole auf der man gehen kann, daran vorbeigehen kann bis zur Spitze, zum alten Leuchtturm."

© VG Bild-Kunst, Bonn; Sylvia Hagen
Foto: unbekannt
Vorhandene Reproduktionsvorlage (beste Qualität):
Digitales Original
Weitere Reproduktionsvorlagen:
Digitales Original
Kernbestand:
nein
Nachlassbestand:
nein

Bauer-Volke, Kristina/Hörisch, Malwine, Figürliche Positionen, Berlin 1999, hier: S. 113 Abb. (Titel dort: irrtrümlicherweise Seezeigen).
Galerie Leo.Coppi, Werner Stötzer Skulpturen, Berlin 1998, hier: S. unpaginiert, Abb. 14.
Mnich, Reiner/Nöh, Lutz, Rostock und Warnemünde. Bildende Kunst im Stadtbild, Rostock 2000, hier: 62-64, Farbabb. S. 63.
Schümann, Matthias/Mnich, Reiner, Kunstwege. Spaziergänge durch ROSTOCK und WARNEMÜNDE, Rostock 2006, hier: 67-68, Abb. S. 68.

© VG Bild-Kunst, Bonn; Sylvia Hagen
Foto: Astrid Volpert