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Themen

Sachindex
Kapitalismuskritik, Gesellschaft

Die Geheimnisse des Kapitals

Teil der Werkgruppe:
Freie Arbeiten Tuschmalerei
Entstehungsort:
Atelier, Berlin
Technik / Material (Werteliste):
Papier, Tusche
Technik / Material (Freitext):
Schwarze Tusche auf Papier
Maße (HxBxT):
75.7 x 95.3 cm
Signatur:
recto u.l.: 7.V./ GP/ 91
Bezeichnung, durch Künstler/in:
verso m.:
Die Geheimnisse des Kapitals/ Das Schweißtuch/ 2000/ Millionen/ G.Pr./91/
Die Pöbel-Raubüne (?) als Richterin/ - unsinnige Eitelkeit der/ Schwachen/ Der König ist tot- es lebe der König.
verso u.r.:
Raubüne: Groll- heimliche Rachsucht/ Feindschaft/F.N./ 100
Aktueller Standort:
Potsdam-Eiche
Aktuelle Präsentation:
Privatraum
Eigentümer:
Anne Preuß
Zugangsjahr:
2014
Zugangsart:
Schenkung
Kommentar / Kontext / Wirkungsgeschichte:
In der Werkgruppe „Freie Arbeiten Tuschmalerei“, zu denen insgesamt etwa 40 großformatige Arbeiten (teilweise über 120 cm Seitenlänge) zu rechnen sind, hat sich Gerhard Preuß in expressiver Weise mit den gesellschaftlichen und sozialen Verwerfungen der Jahre zwischen 1988 und 1993 auseinander gesetzt.
Die Rückkehr zu den privaten Eigentumsverhältnissen wie vor dem 2. Weltkrieg auch in den östlichen Bundesländern machte ihn wütend. Der Golfkrieg sowie der Balkankrieg waren in mehreren Werken Thema. Er war stark berührt von diesen Entwicklungen in und nahe Europa - hatte er doch als Kind die Verluste durch Krieg sowie die Armut nach sinnloser Zerstörung direkt miterlebt. Für mehrere Jahre verließ er seine von den Illustrationen bekannte, sonst so meisterlich detailreiche Arbeitsweise, um in den großen Formaten schwarze Tusche in heftigen Gesten auf vorbereitete, zerflossene Farbgründe zu werfen, zu klecksen und zu streichen. Mit themenkonzentrierten, fast poetischen Worten betitelte und beschriftete er seine Arbeiten. Die großen farbigen Werke finden ihre inhaltliche Fortschreibung in einer Vielzahl gesellschaftskritischer kalligraphischer Texte, die eine eigene Kategorie im künstlerischen Nachlass darstellen.

Die radikale Veränderung der Eigentumsverhältnisse und die Wirkung der neuen Kapitalwege haben Gerhard Preuß besonders beschäftigt. Wortschöpfungen wie "Raubüne" und "Saugierküsse" stehen auf den Rückseiten der Arbeiten neben Gedankensplittern zur Kapitalismuskritik. Zu untersuchen wären genauere Erläuterungen und Verbindungen in seinen kapitalismus- und gesellschaftskritischen Texten.

"Der König ist tot. Es lebe der König." ist das wörtliche Zitat der deutschen Übersetzung nach 'Le roi est mort, vive le roi.' (sogenannte Heroldsformel), womit in Frankreich die Kontinuität der französischen Erbmonarchie betont wurde. (Wikipedia)
Weitere Abbildung:

verso
Die Geheimnisse des Kapitals
07.05.1991
Schwarze Tusche auf Papier
75.7 x 95.3 cm

© Anne Preuß
Foto: Anne Preuß
Vorhandene Reproduktionsvorlage (beste Qualität):
Farbe Digital Repro
Nachlassbestand:
ja
© Anne Preuß
Foto: Anne Preuß