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Torso

Stürzender

Werkverzeichnis-Nr.:
398
Objekttyp:
Entstehungsort:
Atelier Altlangsow/Oderbruch
Technik / Material (Werteliste):
Marmor
Technik / Material (Freitext):
Marmor
Maße (HxBxT):
31 x 47 x 16 cm
auf zwei Stiften auf Metallplatte aufgesockelt
Signatur:
unsign.
Bezeichnung, durch Künstler/in:
unbez.
Beschriftung, von fremder Hand:
unbeschr.
Objektbeschreibung:
stürzende männliche Figur, mit Kopf, Armen und Knieen den Boden berührend
Aktueller Standort:
Privatbesitz, Berlin
Aktuelle Präsentation:
unbekannt
Eigentümer:
Privatbesitz, Berlin
Zugangsjahr:
2002
Zugangsart:
Ankauf
Bemerkungen zur Provenienz:
Kauf von Galerie refugium
Kommentar / Kontext / Wirkungsgeschichte:
Der kompakt gebaute Körper des Stürzenden vermittelt eine eindringliche innere Dramatik. Die stark gebeugte Figur berührt und macht betroffen. Sie ist eine Beschreibung des Seins, menschlicher Konflikte und Empfindsamkeiten.
Der Körper ist zusammengedrängt und die Krümmung stark überzeichnet. Das assoziiert die Suche nach Schutz, aber auch – durch die kraftvolle, unpathetische Komplexität der Darstellung – eine Art Wehrhaftigkeit, kraftvolle Vitalität. Sturz und Aufbäumen zeugen von realer Existenz.
„Die Hinwendung zum Stein führte Stötzer zu größerer gestalterischer Freiheit. Sie erlaubte ihm, sich von der Nachahmung der Natur abzuwenden [...] Damit ging einher, dass der Torso zum wichtigsten Motiv wurde, also gerade die Menschendarstellung, die nicht die Harmonie des Ganzen zeigt, sondern reduzierte, vielleicht sogar beschädigte Körper. Anfangs konnten die damals ungewohnten Torsi mit den begrenzten räumlichen Vorgaben des Steinblocks erklärt werden, denn die Blöcke, aus denen sie gehauen wurden, waren zuerst oft ehemalige Grabsteine oder Treppenstufen gewesen.“
(Berger, Ursel, Berlin 2011, S.35f)
Vorhandene Reproduktionsvorlage (beste Qualität):
s/w Digital Repro
Kernbestand:
ja
Nachlassbestand:
nein

Berger, Ursel (i.A. des Georg-Kolbe-Museum Berlin) (Hg.), Werner Stötzer 1931-2010, Berlin 2011, hier: S. 35f.
Freitag, Michael/Gellner, Uwe Jens, Sylvia Hagen, Werner Stötzer SKULPTUR ZEICHNUNG, Berlin 2002, hier: S. 87.
Porstmann, Gisbert/Quermann, Carolin (i.A. der Städtischen Galerie Dresden) (Hg.), Existenz. Theodor Rosenhauer und Werner Stötzer, Dresden 2013, hier: S. 148, Abb. 53.

© VG Bild-Kunst, Bonn; Sylvia Hagen
Foto: Ilona Ripke