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Sachindex
Expressionismus

Versenkung

Werkverzeichnis-Nr.:
0156
Teil der Werkgruppe:
Neuer Mensch
Entstehungsort:
unbekannt
Gründe der Datierung (Freitext):
vgl. Kat. Bothe, [...], Siebenbrodt, Weimar 2002, S. 72 f.
Technik / Material (Freitext):
Aquarellfarbe auf farbigem Papier
Maße (HxBxT):
32.7 x 24.2 cm
Signatur:
In der Darstellung recto u.r.: M L
Bezeichnung, durch Künstler/in:
Auf dem Blatt recto u.r.: "Versenkung"
Aktueller Standort:
Klassik Stiftung Weimar, Direktion Museen
Aktuelle Inventarnummer:
KW L 2690
Aktuelle Präsentation:
Depot
Eigentümer:
Sammlung Dr. Sigmar Uhlig
Zugangsjahr:
2001
Zugangsart:
Erbe
Voreigentümer:
1965-2001 Sinje Stoellger, geb.Langenstraß
Bemerkungen zur Provenienz:
Dauerleihgabe seit 2002
Kommentar / Kontext / Wirkungsgeschichte:
Die Ausweisung als Werkgruppe "Neuer Mensch" folgt der Formbetrachtung nach Dolgner, Weimar 2002, S. 23.

Zu Inhalt und Form des Zyklus "Neuer Mensch" vergleiche:
"In die Gemeinschaft der Expressionisten, die sich mit der Sozialutopie vom "Neuen Menschen" beschäftigten, reihte sich auch Magda Langenstraß-Uhlig mit einer Vielzahl von Werken ein - und somit in eine Alternativ- und Reformbewegung, die trotz der zeittypischen Inflation an Heilslehren für Suchende eine wichtige Lebenshilfe sein konnte. Überlieferte Bildtitel wie "Wiedergeburt", "Gesetz", "Licht", "Opferaltar" weisen bereits auf den Zusammenhang mit dem in kosmischen Dimenionen eingebundenen Geburtsakt des "Neuen Menschen" hin. Eine in Gouache und Aquarell gearbeitete Serie trägt Bezeichnungen wie "Versuchung", "Erdwirren", "Schicksalssterben", "Letzter Halt vor Zielen" oder "Der Mensch auf Höhen". Nur aus Umrißlinien geformte Menschen sind in ekstatische Bewegungen versetzt und agieren vor großen schwarzen bzw. farbigen Flächen. Die Farben sind offenbar psychologisch verwendet und nehmen auf das jeweilige Thema Bezug: "Angriff" - Rot, "Notruf" - Gelb mit roter Schlangenlinie usw. Die mit Pathos verbundene Vision einer glücklichen Zukunft verschließt sich nicht vor rückwärtsgewandten Elementen und den Nöten und Gefahren , die durchzustehen sind, um das anvisierte Ziel zu erreichen."
(Zitiert nach: Dolgner, Weimar 2002, S. 23)

und

"Die Bauhaus-Pädagogik nahm die Entwicklung des Einzelnen zum Mitglied einer Gemeinschaft in den Blick." ...
"Unter dem Begriff des "Neuen Menschen" ist keineswegs eine klar definierte Idealvorstellung zu verstehen. Vielmehr kursieren gleichzeitig unterschiedliche Ideen eines "Neuen Menschen", als Ideologien und Wertvorstellungen, völkische und sozialistische Konzepte vielfältigster Herkunft.
Nietzsches Topos des Übermenschen, die Gedanken der Reform- und Jugendbewegung, die utopisch-sozialistischen Gesellschaftsideen der frühen Sowjetunion und quasireligiöse Selbstbefreiungsideale konkurrierten miteinander." ...
"Dabei standen Landkommune und technikaffines Großstadtleben als Lebensmodelle gleichermaßen zur Disposition."
(zitiert nach: Ackermann, Weimar 2019, S. 39, 40)
Vorhandene Abbildungsvorlage (beste Qualität):
Farbe Digital Repro
Nachlassbestand:
ja

Ackermann, Ute, Der neue Mensch, in: Ackermann, Ute/Bestgen, Ulrike/Holler, Wolfgang (Hg.), Das Bauhaus kommt aus Weimar! München 2019, S. 38-47.
Dolgner, Dieter, Auf der Suche nach dem künstlerischen Standort. Aufbruch in die Moderne 1912-1924, in: Kunstsammlungen zu Weimar, Bothe, Rolf/Siebenbrodt, Michael (Hg.), Magda Langenstraß-Uhlig. Von der Großherzoglichen Kunstschule in Weimar zum Bauhaus, Weimar 2002, S. 16-25, hier: S. 23.

© VG Bild-Kunst, Bonn; Dr. Sigmar Uhlig
Foto: Siegfried Jahn