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Leuchter

Leuchter

Objekttyp:
Entstehungsort:
Brüssel
Technik / Material (Freitext):
Ölfarbe auf Leinwand
Maße (HxBxT):
178 x 120 cm
Signatur:
verso o.l.: KLAUS / KEHRWALD / BXL 1986
Objektbeschreibung:
braunfarbener Leuchter in Halterung gelagert, vor dunklem Hintergrund
Aktueller Standort:
KEHRWALD-ARCHIV
Aktuelle Inventarnummer:
001
Aktuelle Präsentation:
Depot
Eigentümer:
Hannelore Kehrwald, Roland Kehrwald
Zugangsjahr:
2009
Zugangsart:
Erbe
Kommentar / Kontext / Wirkungsgeschichte:
KK besitzt eine auffällige Affinität zur Formensprache des Barock: deutlich z.B. in den Interieurs zu Versailles, in mancher Gartenansicht oder in den Kronleuchtern, der barocken Lichtquelle schlechthin.
Als Adaption entstand auch eine Kronleuchter-Skulptur aus diversen Fundstücken des Atelierfundus. Der Leuchter hing schon im Düsseldorfer Atelier, wanderte mit nach Berlin-Kreuzberg und wurde in Ausstellungen gezeigt. Heute befindet er sich im KEHRWALD-ARCHIV. (vgl. Verweis-Abb.)

Der verso ausgewiesene Entstehungsort war Brüssel.
Das morbide Flair Brüssels in den 1980er Jahren ließ ihn vermutlich diesen Arbeitsort wählen. Vor allem seine Farbigkeit zeugt von dieser Vorliebe. Zudem war es dort wie auch in seiner Geburtsstadt Saarlouis möglich, frankophil als Nicht-Franzose zu sein. (nach Schwenk, Martin: Telefonat v. 6.01.2017)

„Die Leuchter habe ich gemalt wegen ihrer krakenartigen, verschlungenen, geheimnisvollen Formen; der Umstand, daß man zu ihnen aufblickt und Licht bekommt... Im Laufe der Arbeit – der Malerei, ist aus ihrem Metall oder Kristall dann Fleisch geworden. Dann habe ich menschliche Organe gemalt, unter Anderem auch der Idee Rechnung tragend, daß beide Ihre Umgebung quasi möblieren: Die Leuchter die Zimmer und die Organe eben die Körper...“
(vgl. Auszüge aus dem Interview zwischen Hans Ulrich Obrist und Klaus Kehrwald)

„… Schon Kehrwalds Lehrer an der Kunstakademie Düsseldorf, der Maler Gerhard Richter, überraschte einst mit einer Serie von grünlich-grauen realistischen Bildern mit dem Sujet still brennender Kerzen,...: diese Malereien brachten eine neue spirituelle Stimmung ins Werk. Kehrwald hat das Motiv fortgeführt und dynamisiert, die Kronleuchterbilder bringen die Malerei aus einem dunklen Grund heraus zum Leuchten, die Kerzen schließen sich zum Kreis, werden Erscheinung, Vision, werden zu einer Art brennender Uhr...“
(zit.n.: Wiese von: Flyer, Stallmuseum)

„...Neben den Bildern aus dem Dunkel ... stehen Bilder voll kontrastreicher Farbschübe ... skurrile Kronleuchter, bei denen die brennenden Wachskerzen in verschlungene Organismen gesetzt sind, hier wird das Eingeweide malerisch ausgeweidet (‚Interieur de Luxe, 1999/2004’).
(zit.n.: Wiese von, Kat. Warum nicht!, S.11)
Weitere Abbildungen:

Leuchter (verso)
1986
Ölfarbe auf Leinwand
178 x 120 cm

© Hannelore Kehrwald, Roland Kehrwald
Foto: Thomas Kumlehn

Klaus Kehrwald
Kronleuchter-Skulptur, 1986-2009
diverse Fundobjekte, montiert
100 x 80 cm

© Hannelore Kehrwald, Roland Kehrwald
Foto: KEHRWALD-ARCHIV
Vorhandene Abbildungsvorlage (beste Qualität):
Farbe Digital Repro
Kernbestand:
nein
Nachlassbestand:
ja

Saarländische Galerie (Hg.), Warum nicht! Pourquoi pas! Why not! Berlin 2012, hier: S. 44 (Abb.).

© Hannelore Kehrwald, Roland Kehrwald
Foto: Thomas Kumlehn