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Sachindex
Blumenmalerei, Architektur

Dornenblumen

Objekttyp:
Alternative Titel:
Blumen rosa, vgl. Kat. WARUM NICHT!
Entstehungsort:
Atelier, Berlin
Gründe der Datierung (Freitext):
Schätzung der Nachlasshalterin
Technik / Material (Werteliste):
Leinwand, Öl
Technik / Material (Freitext):
Öl auf Leinwand
Maße (HxBxT) :
80 x 100 cm
Bezeichnung, durch Künstler/in:
verso m.l.: Kombination aus Zahlen und Buchstaben zur Farbverwendung
Objektbeschreibung:
2 Vasen als Turmarchitekturvor rotem Grund, angeschnitten durch vordere Bildkannte, links 3 Dornenstiele, rechts ein Dornenstiel
Aktueller Standort:
KEHRWALD-ARCHIV
Aktuelle Inventarnummer:
171
Aktuelle Präsentation:
Depot
Eigentümer:
Hannelore Kehrwald, Roland Kehrwald
Zugangsjahr:
2009
Zugangsart:
Erbe
Kommentar / Kontext / Wirkungsgeschichte:
„Diese groteske Seite im Werk entfaltet sich insbesondere auch in der Serie ‚Blumenbilder’, die lanzettenhaften Pflanzen erscheinen einerseits wie skulpturale Stelen, andererseits wie verwachsene Körper, man assoziiert Blumen des Bösen, um einen Baudelaire-Titel aufzugreifen: Diese Organismen entfalten eine hohe Aggressivität...“
(zit.n.: Wiese von, Kat. WARUM NICHT!, S. 11)

Anregungen bezog er zum Teil aus Abbildungen der im Körper lebenden Bakterienstämme. KK verlieh den Blumen die Anmutung extraterrestrischer Flora.

Seit den 1970er Jahren waren Blumen als eigenes Genre der bildenden Kunst auch in Europa wieder en vogue, zunächst in der Fotografie, dann auch in der Malerei und Plastik.
In Bezug auf die neu-sachlichen Vorläufer orientiert sich KK vor allem an den Pflanzenstudien von Karl Blossfeldt und Paul Dobe wie an Gemälden von Alexander Kanoldt und Franz Lenk.
Wie schon die Neusachlichen und das Bauhaus scheint auch KK am Geometrischen im Amorphen fasziniert gewesen zu sein, d.h. von der puristischen und emotionslosen Aura fern der barock-tradierten Sinnlichkeit von Blumen und Pflanzen.
Neben die historische Vanitas-Symbolik trat bis in die jüngste Zeit die Konnotation: Verlangen und Einsamkeit, Eros und Sexualität. So zu finden auch in den Bildern von KK. Magie und Befremdlichkeit liegen nahe beieinander, der Grat zum Surrealismus ist schmal.

Das „Unwirkliche“, über dem Realismus stehende „Surreale“ war für KK offensichtlicher Anknüpfungspunkt, um sich gegen traditionelle Normen zu äußern. Francisco de Goya, ein wesentlicher Vorläufer, wurde von ihm sehr geschätzt wie auch einige Surrealismus-Protagonisten seit den 1920er Jahren – Giorgio de Chirico und Max Ernst. Selbstverständlich begegnete KK auch René Magritte im gleichnamigen Museum während seiner Brüssel-Zeit. Der gesuchte Kontakt zu Michael Buthe während des Studiums korrespondiert hiermit.

Skizzen mit diesem Motiv entstanden über viele Jahre.
Wiederaufnahme dieser Formansprache vor allem zeichnerisch in den letzten beiden Lebensjahren. Dazu existiert ein großes Zeichnungskonvolut. (vgl. Verweis-Abb.)
Weitere Abbildungen:

Dornenblumen (verso m.l.)
2004-2005
Öl auf Leinwand
80 x 100 cm

© Hannelore Kehrwald, Roland Kehrwald
Foto: KEHRWALD-ARCHIV

Klaus Kehrwald
unbenannt
09.07.2007
Bleistift auf Papier
21 x 29,7 cm

© Hannelore Kehrwald, Roland Kehrwald
Foto: Elisabeth Linde
Vorhandene Reproduktionsvorlage (beste Qualität):
Farbe Digital Repro
Kernbestand:
nein
Nachlassbestand:
ja

3sat Kulturzeit (Hg.), Klaus Kehrwald 2012, hier: Abb. klaus-kehrwald.de/html/mediathek.html, letzter Zugriff: 4.04.2017
Kehrwald, Hanne, At Home. Not at Home 2010, hier: Abb. klaus-kehrwald.de/html/mediathek.html, letzter Zugriff: 4.04.2017
Saarländische Galerie (Hg.), Warum nicht! Pourquoi pas! Why not! Berlin 2012, hier: S. 51 (Abb.).

© Hannelore Kehrwald, Roland Kehrwald
Foto: KEHRWALD-ARCHIV